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Umschlag des Romans "Room 207" |
Johannesburg in den 90er Jahren: Zum ersten Mal nimmt die schwarze Mehrheit des Landes nach der Abschaffung des Apartheidsystems an der Wahl teil und bringt Mandela und die Partei des ANC an die Macht. Die weiße Minderheit befindet sich auf dem Rückzug. Das ehemals weiße Viertel Hillbrow wird von schwarzen Studenten und Migranten aus ganz Afrika, die den Diktaturen ihres Landes entfliehen, 'erobert'. Für alle zusammen ist dieses Viertel der Ort, wo man sein Glück macht, um als gemachter Mann zu den komfortableren Randbezirken der Stadt zu ziehen und ein Leben in Luxus zu genießen, mindestens aber zu einer geregelten, bürgerlichen Existenz zu kommen. Das ist die Ausgangssituation von "Room 207" des südafrikanischen Autors Kgebetli Moele, der mit Unterstützung des National Arts Council of South Africa seinen ersten Roman veröffentlichte.
Das Einzleappartment mit der Nummer 207 befindet sich in einem ehemaligen Hotel mit einer Security Garde an der ehemaligen Rezeption mitten in Hillbrow. Glückssucher und Bildungshungrige - schwarze Studenten, die endlich Zugang zu den Universitäten haben - bescheren der einstmals schicken Residenz der Weißen einen Boom, die es binnen kürzester Zeit zum dicht besiedeltsten Teil Joburgs - auch Sincity - anwachsen lässt.