Samstag, 16. Juni 2018

"Zur Nachahmung empfohlen" - eine Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit

Ein menschenleeres MacDonald's Restaurant irgendwo in den USA: An der Wand hängt ein Bild vom Arbeiter des Monats, auf den Tischen Essensreste, die Kaffeemaschine blubbert und die Rührer der Saftmaschinen bewegen sich träge durch die beiden knallbunten Flüssigkeiten in trüb gewordenen Glasbehältern.

Rasmus Nielsen, Björnsterne Christiansen, Jakob Fenge: "Flooded McDaonld's"
Klar, denkt man wenig überrascht - hier geht es um den überbordenden Verpackungsmüll, Djunkfood und dem knallharten Kapitalismus der Fastfoodkette. Unter dem Titel "Zur Nachahmung empfohlen" gastiert die Wanderausstellung mit diesem Beitrag zur Zeit in Bonn.

Freitag, 25. Mai 2018

Geschichten aus der Sklaverei: Expedition nach Surinam (Teil 2)

In einer mehrteiligen Serie zum Sklavenhandel und ihren unterschiedlichen Folgen möchte ich einige dieser Zeugnisse vorstellen. In ihnen wird dieses belastende Thema weg von der bloßen Aufzählung geschichtlicher Fakten hin zu anschaulichen Geschichten von Einzelschicksalen verlagert, die trotz ihrer Einzigartigkeit und ihrer unterschiedlichen Perspektiven erhebliche Teile des blutigen Geschäfts beleuchten.  Mit die "Prinzen von Calabar" gab es mit den Briefen von zwei nigerianischen Sklavenhändlern, die irrtümlich als Sklaven gefangen wurden, den ersten Beitrag zu diesem Thema.

Fußfessel für Sklaven, Musée de la civilisation.celtique / Bibracte, Frankreich.Foto: wikimedia, Quelle Urban
 
Der erste Teil von "Expedition nach Surinam" erschien am 28.April auf diesem Blog.

 Die Sklavin Joanna  

 

Da Stedmans Truppe wegen der Eitelkeit des Gouverneurs zunächst nicht gegen die Rebellen eingesetzt wird, vergnügen sich die oberen Ränge der Leutnants und Offiziere und besuchen "zu eitler Zerstreuung" das Nachbarland Guyana, wo er am Gerichtshof der Polizei die 15-jährige Joanna kennenlernt, die dort in Diensten steht. Stedman verliebt sich augenblicklich in sie, selbstverständlich ist sie Mulattin und wird als wunderschön und edel beschrieben, außerdem gebildet und ganz offensichtlich auch überdurchschnittlich intelligent.

Joanna, Zeichnung von Jan Stedman

 

Samstag, 28. April 2018

Geschichten aus der Sklaverei: Expedition nach Surinam (Teil 1)

In einer mehrteiligen Serie zum Sklavenhandel und ihren unterschiedlichen Folgen möchte ich einige dieser Zeugnisse vorstellen. In ihnen wird dieses belastende Thema weg von der bloßen Aufzählung geschichtlicher Fakten hin zu anschaulichen Geschichten von Einzelschicksalen verlagert, die trotz ihrer Einzigartigkeit und ihrer unterschiedlichen Perspektiven erhebliche Teile des blutigen Geschäfts beleuchten.  Mit die "Prinzen von Calabar" gab es mit den Briefen von zwei nigerianischen Sklavenhändlern, die irrtümlich als Sklaven gefangen wurden, den ersten Beitrag zu diesem Thema.
Fußfessel für Sklaven, Musée de la civilisation.celtique / Bibracte, Frankreich. Foto: wikimedia, Quelle Urban
Über 800 Seiten lang, durchsetzt mit akribischen Zeichnungen von Flora, Fauna und den Bewohnern von Surinam, Karten, Aufzählungen von Waren und den Profiten, die mit ihnen gemacht wurden bis hin zu Gedichten berichtet uns John Gabriel Stedman - holländischer Staatsbürger - von seiner "Expedition nach Surinam".

Sonntag, 25. März 2018

HOME BEIRUT - das MAXXI Museum in Rom zeigt 36 KünstlerInnen aus Beirut

Home Beirut ist der Titel der Ausstellung im legendären MAXXI Museum, dessen spektakulären Bau die irakische Architektin Zaha Hadid ganz in das römische Viertel Flaminio eingepasst hat. Demgegenüber muss auch die Kunst sich dieser Architektur ganz anpassen.

Laure Ghorayeb / Mazen Kerbaj: "Correspondence", (Ausschnitt)
Laure Ghorayeb / Mazen Kerbaj: "Correspondence", (Ausschnitt)
Mit dem Untertitel Sounding the Neigbors zeigt die Schau bis zum 20. Mai 36 Künstlerinnen aus Beirut, die in fünf Kapitel eingeteilt ist: Sounding the Neighbors, Home for Memory, Home for Everyone?, Home for Remapping und Home for Joy. 

Samstag, 16. Dezember 2017

Ist politische Kunst möglich? (8) "Tuko Macho" - atemberaubende Videokunst aus Kenya

"Tuko Macho" verhandelt in 12 kleinen Videos, von denen jedes zwischen zwei Werbeblöcken Platz hat, einen Wahlbetrug in großem Stil und darüber hinaus einfach alles, was dem Künstlerkollektiv The Nest Collective an der kenianischen Gesellschaft  zum Himmel stinkt. Die Wahlen in Kenia 2007 waren vom Vorwurf der Wahlmanipulation überschattet und führten zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen mit Hunderten von Toten und gingen als traumatisches Ereignis ins kollektive Gedächtnis Kenias ein. Wahlmanipulation scheint in diesem Land offensichtlich bei jeder Wahl als Generalverdacht mitzuschwingen und bildet eines der Motive für Tuko Macho. 2017 wurde dieser Verdacht sogar vom Obersten Gerichtshof in Kenia bestätigt, woraufhin die Präsidentschaftswahlen wiederholt werden mussten.
Filmstill aus "Tuko Macho"

Montag, 20. November 2017

"Drawing the Qafr Kasem Massaker" von Samia Halaby

Auf der Shortlist der Palestinian Book Award 2017 ist neben acht weiteren Autoren die in den USA lebende Palästinenserin Samia Halaby mit ihrem Buch "Drawing the Kafr Qasem Massacre". Der Palestinian Book Award wurde 2012 gegründet, um jährliche Neuerscheinungen englischsprachiger Bücher über Palästina zu prämieren.
Samia Halaby hat als bildende Künstlerin nach Erzählungen von Zeugen das wenig bekannte Massaker von 1956 an Palästinensern in Kafr Qasem, einem kleinen Grenzort zum Sinai, buchstäblich aufgezeichnet. Entstanden ist ein Zyklus von Zeichnungen, der im Museum der Birzeit University in Ramallah von Februar bis Mai 2017 ausgestellt wurde und nun als Buch vorliegt.

Samia Halaby: "Killing in the Northern Fields, the Massacre of 1956 Series", Kreide auf Papier, 2012

Freitag, 1. September 2017

"Fauda" - eine TV-Serie zum Nahost-Konflikt als Thriller

Ein Mann, der Angebote macht, hier eine Nierenoperation für die schwerkranke Tochter verspricht, dort der Frau eines abgetauchten Djihadisten Asyl in Berlin anbietet und überhaupt einfach allen, denen man Namen, Aufenthalte, Anschlagsziele abpressen will, mit den Annehmlichkeiten eines Lebens in Frieden und gesichertem Wohlstand zu ködern – mit einer solchen Szene zu Anfang der 12-teiligen Serie beginnt ‘Fauda‘von Lior Raz und Avi Issacharoff, das Drehbuch stammt von Moshe Zonder.
Eine Szene aus der Netflix-Serie "Fauda", die man der arabischen Seite zuordnen würde, aber hier die Israelis mit zwei Geiseln zeigt, um einen Gefangenen- Austausch zu erpressen
Dabei kommt laut eines bestochenen ‚Widerstandskämpfers‘ heraus, dass der kürzlich vermeintlich getötete Terrorist Nummer Eins überlebt hat: Abu Ahmad, genannt der ‘Panther‘ ist unerkannt abgetaucht und eine atemlose Suche nach ihm treibt die Handlung vorwärts.