Freitag, 2. August 2019

Über die verlorenen Kämpfe befreiter Sklaven - ein Roman von Syl Cheney Coker

Freetown heißt die Hauptstadt von Sierra Leone – ein Name, der Hoffnung und Sehnsucht nach Freiheit verrät, vom Aufbruch befreiter Sklaven kündet, die nach Afrika zurückkehrten in die langersehnte Selbstbestimmung. Aber wie war es wirklich?

Wie immer gibt es davon wenig Selbstzeugnisse - weder von den persönlichen Schicksalen der circa 11 Millionen verschleppten Afrikaner und noch weniger über ihr Leben als befreite Sklaven, das sie durch harte niedere Arbeiten in unterprivilegierter Stellung fristeten.
Schüler der Wesleyan High School, Sierra Leone. Quelle: The Sierra Leone Web
In seinem Roman "Der Nubier" verfolgt Syl Cheney-Coker die Geschichte des fiktiven Orts Malagueta über knapp 200 Jahre. Cheney-Coker beschreibt das Leben der Rückkehrer, die mit einem selbst finanzierten Schiff von Kanada ins ‚gelobte Land‘ übersetzen und dort siedeln. Der Roman mit dem weit weniger klischeehaften Titel "The Last Harmattan of Alusine Dunbar" erschien 1990 in deutscher Sprache.

Freitag, 31. Mai 2019

Es gibt nichts Gutes außer man tut es oder die Jungs von Comet ME

Wir sind auf dem Rückweg von Massafr Yatta, wörtlich: das Hinterland von Yatta. Yatta liegt in den südlichen Hebronhügeln rund 35 Km von Hebron entfernt. 

Massafr Yatta liegt ganz im Süden des Westjordanlandes und ist seit den 1980er Jahren militärisches Sperrgebiet der israelischen Armee (Israeli Defense Forces IDF) -  Firingzone 918 - im südlichsten Teil des seit 1967 besetzten Westjordanlandes. Dort haben wir einen frisch aus der Haft entlassenen palästinensischen Schafhirten besucht, der einen israelischen Siedler mit seinem Hirtenstock verletzt hat, um sich gegen die Drangsalierung und Vertreibungsversuche von seinem Land durch israelische Siedler zu wehren. Dafür hatte er 7 Monate Haft bekommen und muss eine hohe Entschädigung für den Siedler bezahlen.

Besuch bei Mohammed in Massafr Yatta

Sonntag, 7. April 2019

Global loser - zwei Beiträge auf der Videonale 17 in Bonn

Unter dem Titel "VIDEONALE.17 - REFRACTED REALITIES" lief die 17. Videonale im Bonner Kunstmuseum an und ist noch bis 14. April zu sehen. Sie greift damit das allgegenwärtige Thema der Medialisierung unserer Alltagswelt auf, je nachdem, in welchem Ausmaß wir sie zulassen oder uns überhaupt noch gegen sie entscheiden können.

Ähnlich wie der Einzug des Fernsehens in den Mainstream - hier in einer Arbeit des Pioniers von Nam June Paik - als neuer Bildlieferant in der Kunst der 1970er Jahre reflektiert wurde und sich daran abgearbeitet hat, so kann die zeitgenössische Kunst - schon gar nicht die Videokunst - die Medialisierung der heutigen Zeit ignorieren. Eindrücke aktueller Videokunst zu diesem Thema zeigt die 17.Videonale in 29 Beiträgen.
Erwartbar sind daher die Werke, die  youtube-Fetzen, Werbespots, Doku-TVs und Computerprogramme zur Effizienz und Kontrolle unserer Lebenswelten aufgreifen. So hat auch Sohrab Hura mit einer ebensolchen Arbeit den Videonale Preis 2019 gewonnen. In seiner Arbeit "The lost Head and the Bird" komponiert er im split screen youtube-Fetzen, Bilder aus B-Movies des indischen Fernsehens u.ä. Material, aus der sich schwerlich eine Geschichte generieren lässt, auch  wenn Titel und Text zu seiner Arbeit das vorzugeben scheinen und macht somit dem Thema der Videonale von einer vielfach gebrochenen, nicht mehr lesbaren Bruchstückrealität alle Ehre.
Videostill aus "The lost Head and the Bird" von Sohrab Hura

Mittwoch, 27. Februar 2019

Farbrausch mit Kalkül - Malerei von David Schnell in Chemnitz


"Splitter" ist der Titel der Ausstellung mit überwiegend großformatigen Bildern von David Schnell in den Kunstsammlungen Chemnitz, die noch bis 12. Mai zu sehen ist. Schon auf dem Treppenabsatz am Eingang der Ausstellung wird man mit einem großformatigen Bild in Orange in Bann geschlagen.

David Schnell: Öl auf Leinwand, 800 x 512 cm, 2007
Darin zu erkennen sind Elemente von Landschaft, die sich nach oben hin zu flächigen Flecken auflösen und sich zu einer rein abstrakten Farbkomposition in denselben Farben entwickelt, wie die Farben im Vordergrund.

Mittwoch, 14. November 2018

Geschichten aus der Sklaverei: Onkel Tom's Hütte (3)

Der transatlantische Sklavenhandel wurde zur größten Zwangsumsiedlung der Menschheit, bei der schätzungsweise elf Millionen Menschen zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert  in die Neue Welt und nach Europa verschleppt wurden. Dieses immense Ausmaß konnte von den Opfern naturgemäß kaum dokumentiert werden. Dennoch gibt es einige wenig bekannte, spärliche Zeugnisse von Betroffenen.

Fußfessel für Sklaven, Musée de la civilisation.celtique / Bibracte, Frankreich.Foto: wikimedia, Quelle Urban
In einer mehrteiligen Serie zum Sklavenhandel und ihren unterschiedlichen Folgen habe ich bereits  einige dieser Zeugnisse vorgestellt - so die Die Prinzen von Calabar des Historikers Randy J. Spark, der den spannenden Briefwechsel zweier irrtümlich in die Sklaverei verschleppter nigerianischer Sklavenhändler in historische Zusammenhänge bringt oder die Aufzeichnungen Jan Stedmans, der fünf Jahre in Surinam Sklavenaufstände im Namen der britischen Krone niederschlug. In ihnen wird dieses belastende Thema weg von der bloßen Aufzählung geschichtlicher Fakten hin zu anschaulichen Geschichten von Einzelschicksalen verlagert, die trotz ihrer Einzigartigkeit und ihrer unterschiedlichen Perspektiven erhebliche Teile des blutigen Geschäfts beleuchten.

1852 erschien der Roman "Uncle Toms Cabin" von Harriet Beecher Stowe in Boston und ist also nicht wie die anderen Beiträge zur Sklaverei historisches Dokument, sondern Fiktion. Der erste Teil zu den Hintergründen des Romans sowie der zweite Teil zur Geschichte von 'Onkel Tom' erschien hier auf diesem Blog.

Freitag, 9. November 2018

Geschichten aus der Sklaverei: Onkel Tom's Hütte (2)

Der transatlantische Sklavenhandel wurde zur größten Zwangsumsiedlung der Menschheit, bei der schätzungsweise elf Millionen Menschen zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert  in die Neue Welt und nach Europa verschleppt wurden. Dieses immense Ausmaß konnte von den Opfern naturgemäß kaum dokumentiert werden. Dennoch gibt es einige wenig bekannte, spärliche Zeugnisse von Betroffenen.

Fußfessel für Sklaven, Musée de la civilisation.celtique / Bibracte, Frankreich.Foto: wikimedia, Quelle Urban
In einer mehrteiligen Serie zum Sklavenhandel und ihren unterschiedlichen Folgen habe ich bereits  einige dieser Zeugnisse vorgestellt - so die Die Prinzen von Calabar des Historikers Randy J. Spark, der den spannenden Briefwechsel zweier irrtümlich in die Sklaverei verschleppter nigerianischer Sklavenhändler in historische Zusammenhänge bringt oder die Aufzeichnungen Jan Stedmans, der fünf Jahre in Surinam Sklavenaufstände im Namen der britischen Krone niederschlug. In ihnen wird dieses belastende Thema weg von der bloßen Aufzählung geschichtlicher Fakten hin zu anschaulichen Geschichten von Einzelschicksalen verlagert, die trotz ihrer Einzigartigkeit und ihrer unterschiedlichen Perspektiven erhebliche Teile des blutigen Geschäfts beleuchten.

1852 erschien der Roman "Uncle Toms Cabin" von Harriet Beecher Stowe in Boston und ist also nicht wie die anderen Beiträge zur Sklaverei historisches Dokument, sondern Fiktion. Der erste Teil zu den Hintergründen des Romans erschien hier.

Montag, 5. November 2018

Geschichten aus der Sklaverei: Onkel Tom's Hütte (1)

Der transatlantische Sklavenhandel wurde zur größten Zwangsumsiedlung der Menschheit, bei der schätzungsweise elf Millionen Menschen zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert  in die Neue Welt und nach Europa verschleppt wurden. Dieses immense Ausmaß konnte von den Opfern naturgemäß kaum dokumentiert werden. Dennoch gibt es einige wenig bekannte, spärliche Zeugnisse von Betroffenen.

Fußfessel für Sklaven, Musée de la civilisation.celtique / Bibracte, Frankreich.Foto: wikimedia, Quelle Urban
In einer mehrteiligen Serie zum Sklavenhandel und ihren unterschiedlichen Folgen habe ich bereits  einige dieser Zeugnisse vorgestellt - so die Die Prinzen von Calabar des Historikers Randy J. Spark, der den spannenden Briefwechsel zweier irrtümlich in die Sklaverei verschleppter nigerianischer Sklavenhändler in historische Zusammenhänge bringt oder die Aufzeichnungen Jan Stedmans, der fünf Jahre in Surinam Sklavenaufstände im Namen der britischen Krone niederschlug. In ihnen wird dieses belastende Thema weg von der bloßen Aufzählung geschichtlicher Fakten hin zu anschaulichen Geschichten von Einzelschicksalen verlagert, die trotz ihrer Einzigartigkeit und ihrer unterschiedlichen Perspektiven erhebliche Teile des blutigen Geschäfts beleuchten.