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Montag, 25. November 2024

Kunstszene Kairo (1): Stan's Café zeigt OF ALL THE PEOPLE IN ALL THE WORLD

Wer die weitläufige Halle des ehemaligen Warenlagers in Downtown von Kairo betritt, sieht sich einer seltsamen Szenerie gegenüber: An der hinteren Längsseite der Halle zählen und wiegen Menschen in braunen Kitteln Reiskörner ab. Zwei weitere Künstler im selben Outfit holen sich größere und kleinere Portionen dieser Reiskörner und schütten sie behutsam auf weiße Papierbögen, die auf dem Boden dafür bereit liegen. So sind nach und nach größere und kleinere Anhäufungen von Reiskörnern entstanden. In seltsam wirkenden Pyramiden bis hin zu filigran kleinen Spuren dieses Materials sind sie über die ganze Halle verteilt. Immer wieder werden neue Körner von den beiden wie Angestellte wirkenden Künstlern in ebenso braunen Kitteln hinzugefügt. 

Ausstellungsfoto

Montag, 5. Februar 2024

"The Paradox" - Eyop Kitaba zeigt seine neuesten Arbeiten in Addis Abbeba

Unter dem Titel "The Paradox" zeigt der äthiopische Künstler Eyop Kitaba eine beeindruckende Werkreihe in seiner Einzelausstellung im Modern Art Museum von Addis Abbeba, die alle 2023 entstanden sind. Kitaba ist im besten Sinne ein politischer Künstler, der so schmerzliche Themen wie Hunger und Armut nicht einfach pittoresk illustriert, sondern auf ganz eigene Weise zum Ausdruck bringt. Sein Hauptstilmittel ist die Collage und das Installieren von Materialien, die er auf der Straße findet und die er so inszeniert, dass die Dinge für sich selbst sprechen.

Donnerstag, 6. August 2020

Hiroshima-Zombies.: After the Bomb - Keiji Nakazawa und seine Comics zur A-Bombe

Wie erzählt man über ein so traumatisches Erlebnis als Überlebender des Atombombenabwurfs in Hiroshima am 6. August 1945, vor heute 75 Jahren?
UN-Plakar zur Abschaffung von Atomwaffen

Donnerstag, 14. November 2013

Alice in der Hölle: der zweite Roman von Mohmamed Hanif

"Our Lady of Alice Bhatti" heißt der zweite Roman des pakistanischen Journalisten und Schriftstellers Mohammed Hanif. Auch hier werden - wie in seinem Debütroman "A Case of Exploding Mangoes" - die gesellschaftlichen Verhältnisse seines Landes beschrieben. Die Heldin des neuen Plots ist Alice Bhatti - sie  stammt aus dem berüchtigten Viertel French Colony in Karachi, einer Community von Straßenkehrern, einer der untersten gesellschaftlichen Klasse. Damit noch nicht genug, gehören sie außerdem zur Minderheit von katholischen Christen, die, wie Supriya Nair in ihrer Besprechung zu Hanifs Roman schreibt, im überwiegend muslimischen Pakistan wie Kastenlose in Indien behandelt werden.

Staßenfeger in Bombay, Foto: Hitesh Ashar(wikimedia)

Samstag, 27. Juli 2013

Biotop der Rassismen: Die Entdeckung eines unbekannten Amerika

Spätestens seit Obama's Wahlkampf 2012 für seine Wiederwahl wurde  auch für uns der ungebrochene Rassismus in den USA überdeutlich. Vor allem die Bewegung der Teaparty während des Wahlkampfes zeigte, dass es sich bei den USA trotz der Bürgerrechtsbewegung der 50er und 60er Jahre weiterhin um ein rassistisch geprägtes Land handelt. Es kommt einem manchmal so vor, als wollten einige US-Bundesländer die farbige Bevölkerung durch undurchschaubare Verurteilungen von Bagatelldelikten kriminalisieren und in Gefängnisse auslagern. Und die Freizügigkeit von Straftaten gegenüber Menschen mit der 'falschen' Hautfarbe hat sich unlängst wieder am Fall Trayvon Martin gezeigt. So weit so bekannt. Aber was die Ureinwohner Amerika's betrifft, stellt man sich allenfalls einen sanft dahin plätschernden Individual-Tourismus vor. Sehr viel mehr ist meistens nicht bekannt. Untenstehend zeigt eine etwas andere Landkarte der Vereinigten Staaten.
Landkarte der USA mit den Namen der Navajo (6 May 2013) Foto: Seb.az86556, wikimedia
Um diese Wissenslücke zu schließen, eignen sich Tony Hillerman's Kriminalstories aufs Beste. Denn Tony Hillermann ist selbst Navajo-Amerikaner und alle seine Krimis spielen im Milieu der Navajo- und Hopi-Reservate Amerikas in den drei benachbarten Bundesstaaten New Mexiko, Arizona und Utah.

Donnerstag, 9. Februar 2012

"A Case of Exploding Mangoes" von Mohammed Hanif

Auf einen Roman aus Pakistan zu stoßen, ist an sich schon etwas Besonderes. Aber ein Roman - geschrieben von einem ehemaligen Offizier der Pakistanischen Luftwaffe - dessen gesamte Handlung in der Armee und höchsten diplomatischen Kreisen spielt, verspricht, etwas von einer Welt in einem Land zu vermitteln, über das fast nur Klischees existieren. Hanif's "A Case of Exploding Mangoes" stand lange auf der Liste des Man Booker Prize, und das Buch ist stilistisch und literarisch tatsächlich ein wahrer Leckerbissen.
Ganz lapidar wird man schon mit dem ersten Satz ins Zentrum der Geschichte geworfen, ein Hinweis auf den Show-Down am Ende, mit dem gar nicht groß gegeizt wird. Hier wird direkt zu Anfang mit der großen Kelle ausgeteilt: "You might have seen me on TV after the crash" und beschreibt die Szenerie um ein abgstürztes Flugzeug, in dem der Präsident, seine engsten Militärs und der amerikanische Botschafter Pakistans verbrannten. Und ungehemmt böse feiert der Ich-Erzähler sein Überleben, denn auch er hätte beinahe in dieser Maschine gesessen.

Samstag, 3. September 2011

"Xenophobia" - Art show in "Art on Armitage" in Chicago




The German artist Ina Zeuch shows three larger-than-live-paintings of persons who are hidden behind a primitive ape mask. Imprisoned and not visible in their unique individuality they are frozen in different postures. They react ironical, ignorant or aggressive. Growing xenophobia in the Western world – manifest once more in the terrible Norwegian massacre of July - inspired the artist. She performs with the ape mask herself and photographed all her friends and coincidental acquaintances with it too.


Out of more than 100 photos she selected 3 for the exhibited paintings. Her elaborate mosaic technique allows her to transport the paintings easily and provides great mobility for exhibiting them. From Chicago the works will travel to an art show in Dakar, Senegal in November this year.

M. E. Croteau, Galeristin von Art on Armitage




Sonntag, 27. Februar 2011

Warum malt jemand Fernsehen? Gastbeitrag von Uwe Kerkow

Warum macht sich jemand die Mühe, irgend eine mäßig funktionierende Flimmerkiste in einem indischen Hotel auf Leinwand zu verewigen? Ein Gastbeitrag von Uwe Kerkow zu einer Werkreihe von Ina Zeuch.

Ina Zeuch: "Dharma news", Acryl auf Leinwand, 2010


Die Antwort ist eigentlich vergleichsweise einfach, und sie besteht aus zwei Teilen.

Erstens: Die Ästhetik ist cool

Das Flimmern, Rauschen, Knarzen und Flackern von Bild und Ton aus der Kiste hat großen ästhetischen Reiz, und das ist auch schon seit 50 Jahren Thema moderner Kunst. Allerdings gerät diese Tatsache hierzulande angesichts der tischgroßen, flimmerfreien, hochauflösenden Plasmabildschirme mit 5.2 Dolby Surround Sound nach und nach in Vergessenheit.