In den Wandlungen des Pran Nath werden brilliant alle Spielarten des Rassismus in Hari Kunzru's
gleichnamigen Roman dekliniert. Pran Nath wächst zunächst als
Angloinder in einem reichen, vermutlich brahmanischen Haushalt in Agra
auf - ein verwöhntes Söhnchen, dessen ungeklärte Vaterschaft nur seiner
Mutter und der Dienerschaft bekannt ist. Sein Ziehvater Pandit Razdan ist
ein berühmter Strafverteidiger, pedantisch und reaktionär, mit einem
Hang zum Rassismus - nur dass dieser sich diffus gegen die eigenen Leute
wendet, gekleidet in eine allgemeine Weltverachtung, die zunehmend mehr
in asketischen Ekel umschlägt. Trotz aller Reinlichkeitsrituale und
Kontaktverweigerung wird er von der Spanischen Grippe dahingerafft und
noch in derselben Nacht wird Pran Nath - das schikanierte, verhasste
Bastardgezücht - an die Luft gesetzt.
Mittwoch, 13. Juli 2011
Dienstag, 5. Juli 2011
A R T I N P R I V A T E S P A C E S III
"Der innere Ausländer"
VERNISSAGE: Samstag, den 16. Juli um 19.30 Uhr
1040 Wien, Pressgasse 8-10 / 4Ina Zeuch zeigt Bilder zum Thema Xenophobie. Die Triebfeder für Xenophobie nannte Sigmund Freud den abgespaltenen, jedem innewohnenden eigenen Anteil an Fremdheit sich selbst gegenüber, den er als ‚inneren Ausländer' bezeichnete.
Das ist nur eine Theorie von Xenophobie, die Herstellung von Identität über ein alter Ego ist eine andere. Viele demografische Theorien tragen xenophobe Züge. Ausgrenzung und Verdammung, moralische Überlegenheitsattitüden und Verschleierung der eigenen Ängste waren immer schon gängige Verhaltensweisen auf Verteilungskämpfe, die mit ungleichen Waffen geführt werden.
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Freitag, 27. Mai 2011
Ist politische Kunst möglich? (4)
"Amazing Music by Weapons" von zurmatube (2009)
Seltsam berührt und zwischen alle Stühle des Geschmacks geraten fühlt man sich immer wieder, wenn man wie ein Hai durch die Netze schwimmt und hier und da was abfischt, was einen trotz aller Geschmacksfragen nicht kalt lassen will. Als Kunst möchte ich den hier vorgestellten Beitrag nicht diskutieren, aber dennoch aufgreifen, weil man viel mehr mit solchen als mit veredelten Kunstprodukten zu tun hat.
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Sonntag, 24. April 2011
Ist politische Kunst möglich? (3)
Ascan Breuer: "Paradise Later" (2010)
| Foto: wikimedia "Slumlife" Jakarta, von Jonathan McIntosh (2004) |
Ascan Breuer's Film ist eine Art Basismaterial für ein Doku-Feature, wie sie im Fernsehen manchmal zu sehen sind. Ein Flussufer – über und über mit Müll versehrt - wird abgefilmt. Aber nichts wird erläutert, kein 'neutraler' Beobachter, der die Bilder kommentiert und uns erklärt, was wir sehen und welche Fragen hier zu klären sind.
Wer offenen Auges schon einmal in Schwellenländern - hier in Indonesien - gereist ist, ahnt, dass dort die Ärmsten der Armen leben, die später im Film auftauchen: Fischer, die auf vermutlich entsorgten LKW-Schläuchen auf dem Ciliwongfluss paddeln und Müll fischen, diesen durchforsten und wieder verwerten.
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Dienstag, 15. März 2011
Spontandemos in Hyderabad
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| Busfahrt zu den Randbezirken in Hyderabad |
Hyderabad ist die Haupstadt des Bundesstaates Andra Pradhesh. Das Hotel Suhail, wo ich hier wohne, ist - wie der Klang des
Namens zeigt - von Muslimen geführt und liegt in einer
engen Gasse namens Troop Bazaar. Trotzdem quält sich hier ein zweispuriger Verkehr nebst Fussgängern durch.
Sonntag, 27. Februar 2011
Warum malt jemand Fernsehen? Gastbeitrag von Uwe Kerkow
Warum macht sich jemand die Mühe, irgend eine mäßig funktionierende Flimmerkiste in einem indischen Hotel auf Leinwand zu verewigen? Ein Gastbeitrag von Uwe Kerkow zu einer Werkreihe von Ina Zeuch.
Die Antwort ist eigentlich vergleichsweise einfach, und sie besteht aus zwei Teilen.
Erstens: Die Ästhetik ist cool
Das Flimmern, Rauschen, Knarzen und Flackern von Bild und Ton aus der Kiste hat großen ästhetischen Reiz, und das ist auch schon seit 50 Jahren Thema moderner Kunst. Allerdings gerät diese Tatsache hierzulande angesichts der tischgroßen, flimmerfreien, hochauflösenden Plasmabildschirme mit 5.2 Dolby Surround Sound nach und nach in Vergessenheit.
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| Ina Zeuch: "Dharma news", Acryl auf Leinwand, 2010 |
Die Antwort ist eigentlich vergleichsweise einfach, und sie besteht aus zwei Teilen.
Erstens: Die Ästhetik ist cool
Das Flimmern, Rauschen, Knarzen und Flackern von Bild und Ton aus der Kiste hat großen ästhetischen Reiz, und das ist auch schon seit 50 Jahren Thema moderner Kunst. Allerdings gerät diese Tatsache hierzulande angesichts der tischgroßen, flimmerfreien, hochauflösenden Plasmabildschirme mit 5.2 Dolby Surround Sound nach und nach in Vergessenheit.
Donnerstag, 10. Februar 2011
Der Hyperkulturraum: Kritische Töne in der Rezeption zeitgenössicher Kunst
Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin zeigt indonesische zusammen mit deutschen und holländischen Künstlern unter dem Titel "ID – Contemporary Art Indonesia". Bilder davon sind im online-Kunstmagazin Nafas zu sehen. Nafas ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) und Universes in Universe (UiU).
| Ein dvarapala Wächter in Singosari, Ost-Java. "An Antique Idol of the Hindoo Period, Near Malang, Java." Wikimedia |
In ihrem Online-Auftritt lässt die ifa-Galerie diese Ausstellung von Christina Schott (freie Südostasienkorrespondentin) besprechen.Von ihr stammen auch die Zitate im Text.
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