Freitag, 27. Mai 2011

Ist politische Kunst möglich? (4)

"Amazing Music by Weapons" von zurmatube (2009)

Seltsam berührt und zwischen alle Stühle des Geschmacks geraten fühlt man sich immer wieder, wenn man wie ein Hai durch die Netze schwimmt und hier und da was abfischt, was einen trotz aller Geschmacksfragen nicht kalt lassen will. Als Kunst möchte ich den hier vorgestellten Beitrag nicht diskutieren, aber dennoch aufgreifen, weil man viel mehr mit solchen als mit veredelten Kunstprodukten zu tun hat.

Sonntag, 24. April 2011

Ist politische Kunst möglich? (3)

Ascan Breuer: "Paradise Later" (2010)
Foto: wikimedia "Slumlife" Jakarta, von Jonathan McIntosh (2004)
Ascan Breuer's Film ist eine Art Basismaterial für ein Doku-Feature, wie sie im Fernsehen manchmal zu sehen sind. Ein Flussufer – über und über mit Müll versehrt - wird abgefilmt. Aber nichts wird erläutert, kein 'neutraler' Beobachter, der die Bilder kommentiert und uns erklärt, was wir sehen und welche Fragen hier zu klären sind.
Wer offenen Auges schon einmal in Schwellenländern - hier in Indonesien - gereist ist, ahnt, dass dort die Ärmsten der Armen leben, die später im Film auftauchen: Fischer, die auf vermutlich entsorgten LKW-Schläuchen auf dem Ciliwongfluss paddeln und Müll fischen, diesen durchforsten und wieder verwerten.

Dienstag, 15. März 2011

Spontandemos in Hyderabad

Busfahrt zu den Randbezirken in Hyderabad
Hyderabad ist die Haupstadt des Bundesstaates Andra Pradhesh. Das Hotel Suhail, wo ich hier wohne, ist - wie der Klang des Namens zeigt -  von Muslimen geführt und liegt  in einer engen Gasse namens Troop Bazaar. Trotzdem quält sich hier ein zweispuriger Verkehr nebst Fussgängern durch.

Sonntag, 27. Februar 2011

Warum malt jemand Fernsehen? Gastbeitrag von Uwe Kerkow

Warum macht sich jemand die Mühe, irgend eine mäßig funktionierende Flimmerkiste in einem indischen Hotel auf Leinwand zu verewigen? Ein Gastbeitrag von Uwe Kerkow zu einer Werkreihe von Ina Zeuch.

Ina Zeuch: "Dharma news", Acryl auf Leinwand, 2010


Die Antwort ist eigentlich vergleichsweise einfach, und sie besteht aus zwei Teilen.

Erstens: Die Ästhetik ist cool

Das Flimmern, Rauschen, Knarzen und Flackern von Bild und Ton aus der Kiste hat großen ästhetischen Reiz, und das ist auch schon seit 50 Jahren Thema moderner Kunst. Allerdings gerät diese Tatsache hierzulande angesichts der tischgroßen, flimmerfreien, hochauflösenden Plasmabildschirme mit 5.2 Dolby Surround Sound nach und nach in Vergessenheit.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Der Hyperkulturraum: Kritische Töne in der Rezeption zeitgenössicher Kunst

Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin zeigt indonesische zusammen mit deutschen und holländischen Künstlern unter dem Titel  "ID – Contemporary Art Indonesia". Bilder davon sind im online-Kunstmagazin Nafas zu sehen. Nafas ist ein gemeinsames Projekt  des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) und Universes in Universe (UiU).

Ein dvarapala Wächter in Singosari, Ost-Java.
"An Antique Idol of the Hindoo Period, Near Malang, Java."
Wikimedia
In ihrem Online-Auftritt lässt die ifa-Galerie diese Ausstellung von Christina Schott (freie Südostasienkorrespondentin) besprechen.Von ihr stammen auch die Zitate im Text.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Ist politische Kunst möglich? (2)

Daniel Richter /  Heiko Schäfer
Bilder aus den Wüsteneien der Desintegration

Daniel Richter malt meist großformatige, farbgewaltige Bilder, die auf mystische Weise Perspektiven der "Erniedrigten und Beleidigten" zeigen. Dabei sind die Boatpeople - Flüchtlinge mit nichts als dem nacktem Überleben und dem Entsetzen der entronnenen Strapazen noch im Blick - ein geradezu unverzichtbares Motiv für viele politisch motivierte Künstler.

Genauso brisant sind aber Richter's zahlreiche Bildmotive über die Außenseiter unserer eigenen Gesellschaft. Es sind die Paralleluniversen direkt vor unserer Tür, denen er differenziert und mit großer Verve Ausdruck verleiht. Und es ist seine Leistung, sie uns so fremd zu zeigen wie Navajoindianer in den Glamour- Einkaufsmeilen westlicher Metropolen.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Ist politische Kunst möglich? (1)

Marc Boulos und Renzo Martens


Die Videoarbeiten "All that is solid melts into the air" von Marc Boulos und "Enjoy poverty" von Renzo Martens waren auf der letzten Berlin Biennale im Sommer 2010 zu sehen.Sie zeigen zwei äußerst engagierte Künstler, die die Recherchen für ihre Arbeit mit hohem Einsatz und Risiko in zwei wenig attraktiven Ländern entwickelt haben: Marc Boulos in Nigeria, Renzo Martens im Kriegsland DR Kongo. Beide beziehen politisch eindeutig Stellung.