Der transatlantische Sklavenhandel wurde zur größten Zwangsumsiedlung der
Menschheit, bei der schätzungsweise elf Millionen Menschen zwischen dem
17. und 18. Jahrhundert in die Neue Welt und nach Europa verschleppt
wurden. Dieses immense Ausmaß konnte von den Opfern naturgemäß kaum
dokumentiert werden. Dennoch gibt es einige wenig bekannte, spärliche
Zeugnisse von Betroffenen.
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Fußfessel für Sklaven, Musée de la civilisation.celtique / Bibracte, Frankreich.Foto: wikimedia, Quelle Urban |
In einer mehrteiligen Serie zum Sklavenhandel und ihren unterschiedlichen
Folgen habe ich bereits einige dieser Zeugnisse vorgestellt - so die
Die Prinzen von Calabar des Historikers Randy J. Spark, der den spannenden Briefwechsel zweier
irrtümlich in die Sklaverei verschleppter, nigerianischer Sklavenhändler in
historische Zusammenhänge bringt oder die
Aufzeichnungen Jan Stedmans, der fünf Jahre lang in Surinam Sklavenaufstände im Namen der britischen
Krone niederschlug. In ihnen wird dieses belastende Thema weg von der
bloßen Aufzählung geschichtlicher Fakten hin zu anschaulichen Geschichten
von Einzelschicksalen verlagert, die trotz ihrer Einzigartigkeit, aber
gerade durch ihre unterschiedlichen Perspektiven erhebliche Teile des
blutigen Geschäfts beleuchten.