Samstag, 23. August 2014

Schwarz ist keine Farbe - Jean Mukendi Katambayi (5)

Jean Mukendi Katambayi (1974, DR Kongo) war bereits 2010 Stipendiat von Ker Thiossane in Dakar, bevor er im selben Jahr erstmalig für die Biennale Dak'Art nominiert wurde und dort mit dem 'Prix de la Découverte’ der Fondation Blachère ausgezeichnet. Diese finanzierte dem Künstler 2010 auch einen Residenzaufenthalt in Marseille. Von dort ging es mit dem Helsinki international Artist Programme (HIAP) in die finnische Hauptstadt weiter, die unter dem Label "Signals from the South" Künstler aus Afrika und Lateinamerika unterstützten. 

"Lukutu", 2 Objekte von Jean Mukendi Katambayi

Samstag, 2. August 2014

Schwarz ist keine Farbe - Jeannette Ehlers (4)

Filmstill aus dem Video "Black Bullets" von Jeannette Ehlers
Jeannette Ehlers (geb.1973) zeigte auf der Dak'art ihr Video "Black Bullets", das bereits in Montreal in der Galerie Parisian Loundry im März 2013 vorgestellt worden war.
Aufgewachsen in Dänemark und dort ausgebildet hat Jeanette Ehlers - vermutlich über ihre mütterliche Herkunft - auch Wurzeln in Surinam. Wie die große Mehrheit der Diaspora-Künstlergemeinde spielt ihre farbige Haut eine große Rolle in ihrer Kunst. Und wie immer führt uns dies - leider allzu vorhersehbar - zu den Orten der Sklavenverschiffung. In ihrer Arbeit "Atlantic (Gate Of No Return)" von 2009 rekuriert sie auf Ghana's Goldküste, wo die Sklaven gesammelt und nach Europa und in die USA verschifft wurden.

Freitag, 18. Juli 2014

Schwarz ist keine Farbe - Faten Rouissi (3)

Faten Rouissi (geb.1967, Tunesien) ist bereits durch ihre Autowarackbemalungen während der Revolution schnell über ihr Land hinaus bekannt geworden. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt seit 2010 verstärkt dem öffentlichen Raum. Wie viele andere Künstler in den arabischen Revolutionenen  sprengten Künstler ihre eigenen Grenzen und begaben sich vom elitären, geschützen Raum ihrer Ateliers und Kunstszenen auf die Straße. Wie sehr die Art der Auseinandersetzung sich dadurch veränderte, zeigt der Film Art War mit Künstlern aus Kairo. Aber zunächst wollten alle Künstler, die sich in den umkämpften öffentlichen Raum begaben, mit einer neuen Art 'Volkskunst' ein Teil der Bewegung sein und auch von den einfachen Menschen verstanden werden. So veröffentlichte sie im Online-Kunstmagazin Nafas 2011 einen Aufruf zur Beteiligung an Straßen - und Eventkunst im öffentlichen Raum.
Installation von Faten Rouissi: "Le fantôme de la liberté"

Sonntag, 29. Juni 2014

Schwarz ist keine Farbe - John Akomfrah (2)

Ausschnitt aus dem Video "Peripeteia" von John Akomfrah
John Akomfrah (geb. 1957 Ghana/Großbritannien) wurde auf der Biennale von Dakar so prominent wie kein zweiter Künstler vorgestellt. "Peripeteia" heißt sein Beitrag, der auf einer eigens für ihn gemauerten, halbrondellartigen Leinwand gezeigt wurde. Über zehn Meter Länge und einer Höhe von über zwei Metern hätte diese Präsentation einer Leinwand im kinoverliebten Indien alle Ehre gemacht. Aber was man zu sehen bekommt, unterläuft natürlich alle actionmäßigen Kinoerwartungen, weil es sich hier um Kunst handelt. Statt dessen entfaltet sich die unwirtliche Schönheit einer nordischen Landschaft in Panoramaufnahmen von epischer Breite, die das Format durchaus zu füllen vermögen.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Schwarz ist keine Farbe - Justine Gaga (1)

Justine Gaga, (geb.1974, Kamerun) wurde im Village de la Biennale, dem internationalen Teil  der 11. Biennale der Dak'art 2014 mit ihrer Installation "Indignition" prominent ausgestellt. Diese Ehre wurde nicht allen KünstlerInnen zuteil. Als "antropomorhe Gaskanister" werden ihre metallisch bunten Stelen aus Gaskartuschen im Biennale-Katalog beschrieben. Sie greifen damit auf einen in afrikanischen Haushalten üblichen Gebrauchsgegenstand zurück und stellen ihn hochpolitischen Schlagworten entgegen: Liberalismus, Nepotismus, Rassismus, Sexismus, Wahlen, Gewalt, Kapitalismus... Jeder dieser Begriffe wird so zum hochexplosiven Stoff. Die Oberfläche der Säulen, die ebenfalls aus dem Material der Gasflaschen besteht, reflektiert ein schillerndes, aber falschfarbiges, verzerrtes Spiegelbild, was die Aussage einer Welt aus den Fugen zusätzlich unterstützt. 

Justine Gaga mit ihrer Installation "Indignition" auf der 11. Biennale Dak'art 2014

Dienstag, 3. Juni 2014

Biennale ON: Street-Art Projekt in Dakar

am Schwimmbad Olympic
Zurück aus Dakar mit viel Street-Art im Gepäck. Hier ein paar der Queen-Kongs, die ich mit der Hilfe von Ndiaga Ndiaye als meinen Assistenten an 6 verschiedenen Orten in Dakar realisieren konnte. Wichtig war, diese noch in der laufenden Biennale der 11. Dak'Art 2014, die jetzt am 8. Juni zu Ende geht, fertig zu stellen und die Flaneure der Off-Biennale, vor allem auch den Passanten dieses bauwütigen Molochs Dakar damit zu überraschen. Wer ist In und wer ist Off? Ganz zum Schluss erst fiel uns eine neue 'Domain' ein, die das alles hinter sich läßt: Biennale ON!

Eine Besprechung zur In- wie der Off-Biennale mit vielen Fotos gibt es von mir auf epo (entwicklungsploitik online) zu lesen.


Samstag, 19. April 2014

"Being different" - mein Ausstellungsprojekt in Dakar

Ina Zeuch: Queen-Kong Schablone
Lange geprobt, vielfach schabloniert und ausprobiert - jetzt ist es so weit: die Motive für die Wände im urbanen Raum von Dakar sind reisefertig. Am 9. Mai findet die Kunstbiennale Dak'ART  zum 11. Mal in der senegalesischen Metropole statt. Und anders als in hiesigen Kunstevents mit Exklusivcharakter nimmt DAK'ART auch die Off-Events in ihrem Programm auf, in dem über 40 Ausstellungen, Performances und Installationen über die Stadt verteilt sind. Sie bieten vielen heimischen zusammen mit internationalen KünstlerInnen ein Forum, an zumeist ungewöhnlichen Orten ihre Werke zu zeigen und vom Hauptereignis der Biennale zu profitieren.