Sonntag, 5. Oktober 2014

"Produire le commun" 3 Künstler der Off-Biennale Dak'Art

Gemeinsamkeit schaffen: Unter diesem Motto stellte sich die 11. Biennale in Dakar. Darunter verstand sie nicht nur die Gemeinsamkeit zwischen in Afrika wie in Europa und den USA lebenden Künstlern, sondern bezog auch immer schon die Künstler mit ein, die nie in Afrika gelebt haben, sondern als 2. Generation von Migranten im Westen sozialisiert und verwurzelt sind. In dieser Biennale wurden auch nicht-afrikanische Künstler eingeladen. Aber vor allem bezieht sie auch diejenigen mit ein, die sich in der Off-Biennale präsentieren. Sie werden dabei ebenso medial beworben wie die internationale Crew der In-Biennale. Gemeinschaft oder wie es hier heißen würde 'Inklusion', was hier so mühsam erlernt werden muss, da uns der Solidaritätsgedanke irgendwie abhanden gekommen ist - das ist hier auch in der Kunstszene gelebte Realität.

Peterson Kamwathi (3)


Peterson Kamwathi: ohne Titel (Videostill)
Peterson Kamwathi (Kenia, geb.1980) stellte bei der Off-Biennale von Saint Louis, einem Ableger der Dak'Art, einen kurzen Animationsfilm und serielle Scherenschnitte vor. Mit dem romantischen Titel "Le Fleuve en couleurs" (Fluss in Farben), wie sich die Off-Binnale hier nannte und zeitgleich zur Biennale von Dakar lief, haben seine Arbeiten nichts zu tun.

Mittwoch, 24. September 2014

"Produire le commun" - 3 Künstler der Off-Biennale Dak'Art

Pape Oumar Diop (2)


Drei Werke stellte  Pape Samba Thiebault Oumar Diop, wie er mit vollständigem Namen heißt,  im schicken Viertel Point E in Dak'Art Off aus. Es ist sein erster künstlerischer Auftritt. Aufwändig hat er seine Installation in dem kleinen vornehmen Innenhof eines Privathauses gestaltet, in dem normalerweise der Mercedes geparkt wird.
"Les Provocateurs", Installation von Pape Samba Theibault Diop

Mittwoch, 17. September 2014

"Produire le commun" - 3 Künstler der Off-Biennale Dak'Art

Maimuna Guerresi (1)

Im Quartier Sicap/Dakar sind auf einem ehemaligen Fabrikgelände fünf großformatige Fotoarbeiten der italienischen Künstlerin Maimuna Guerresi zu sehen. In der Ausstellung erfährt man über sie, dass sie nach der Heirat mit einem Senegalesen zum Islam konvertierte.
Fotoarbeit von Maimuna Guerresi

Freitag, 5. September 2014

Schwarz ist keine Farbe - Wangechi Mutu (6)

Ähnlich wie Künstlerinnen es ablehnen, dass sie weibliche Kunst, also so etwas wie 'Frauenkunst' produzieren, lehnen viele afrikanische KünstlerInnen es ab, explizit 'afrikanisch' zu sein - auch um der postkolonialen Zuordnung sowie dem romantisch verbrämten, positiven Rassismus einer vermeintlich ursprünglicheren oder gar animistischen Kunst zu entgehen. Dies ist eine Serie zu Werken von Künstlern mit afrikanischen Wurzeln, die teils in Afrika, zu einem großen Teil aber auch in Europa und den USA arbeiten oder der Diaspora angehören. Ich stelle hier zunächst KünstlerInnen vor, die ich auf der Dak'Art Biennale von 2014 kennenlernte und deren Werke ich vor Ort fotografiert habe. Eine Besprechung der In- wie der Off-Biennale (2) wurde auf epo (Entwicklungspolitik online) veröffentlicht.
Videostill aus "The End of eating Everything" von Wangechi Mutu
Wangechi Mutu (1972, Kenia/USA) ist in den USA längst keine Unbekannte mehr. Ihre museale Präsenz dort ist überwältigend und die Preise für ihre Arbeiten steigen ständig. In Deutschland wurde ihr Werk erst kürzlich als Künstlerin des Jahres 2013 von der Deutschen Bank Berlin gekürt und mit einer Einzelausstellung im Museum Deutsche Guggenheim Berlin prominent in Szene gesetzt.

Samstag, 23. August 2014

Schwarz ist keine Farbe - Jean Mukendi Katambayi (5)

Jean Mukendi Katambayi (1974, DR Kongo) war bereits 2010 Stipendiat von Ker Thiossane in Dakar, bevor er im selben Jahr erstmalig für die Biennale Dak'Art nominiert wurde und dort mit dem 'Prix de la Découverte’ der Fondation Blachère ausgezeichnet. Diese finanzierte dem Künstler 2010 auch einen Residenzaufenthalt in Marseille. Von dort ging es mit dem Helsinki international Artist Programme (HIAP) in die finnische Hauptstadt weiter, die unter dem Label "Signals from the South" Künstler aus Afrika und Lateinamerika unterstützten. 

"Lukutu", 2 Objekte von Jean Mukendi Katambayi

Samstag, 2. August 2014

Schwarz ist keine Farbe - Jeannette Ehlers (4)

Filmstill aus dem Video "Black Bullets" von Jeannette Ehlers
Jeannette Ehlers (geb.1973) zeigte auf der Dak'art ihr Video "Black Bullets", das bereits in Montreal in der Galerie Parisian Loundry im März 2013 vorgestellt worden war.
Aufgewachsen in Dänemark und dort ausgebildet hat Jeanette Ehlers - vermutlich über ihre mütterliche Herkunft - auch Wurzeln in Surinam. Wie die große Mehrheit der Diaspora-Künstlergemeinde spielt ihre farbige Haut eine große Rolle in ihrer Kunst. Und wie immer führt uns dies - leider allzu vorhersehbar - zu den Orten der Sklavenverschiffung. In ihrer Arbeit "Atlantic (Gate Of No Return)" von 2009 rekuriert sie auf Ghana's Goldküste, wo die Sklaven gesammelt und nach Europa und in die USA verschifft wurden.

Freitag, 18. Juli 2014

Schwarz ist keine Farbe - Faten Rouissi (3)

Faten Rouissi (geb.1967, Tunesien) ist bereits durch ihre Autowarackbemalungen während der Revolution schnell über ihr Land hinaus bekannt geworden. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt seit 2010 verstärkt dem öffentlichen Raum. Wie viele andere Künstler in den arabischen Revolutionenen  sprengten Künstler ihre eigenen Grenzen und begaben sich vom elitären, geschützen Raum ihrer Ateliers und Kunstszenen auf die Straße. Wie sehr die Art der Auseinandersetzung sich dadurch veränderte, zeigt der Film Art War mit Künstlern aus Kairo. Aber zunächst wollten alle Künstler, die sich in den umkämpften öffentlichen Raum begaben, mit einer neuen Art 'Volkskunst' ein Teil der Bewegung sein und auch von den einfachen Menschen verstanden werden. So veröffentlichte sie im Online-Kunstmagazin Nafas 2011 einen Aufruf zur Beteiligung an Straßen - und Eventkunst im öffentlichen Raum.
Installation von Faten Rouissi: "Le fantôme de la liberté"