Man stelle sich einmal vor, ein afrikanischer Videokünstler wäre in den Bürgerkrieg Jugoslawiens gezogen, um dort viel aus fahrenden Autos heraus wirres Kriegsgeschehen, Tote und verzweifelte Menschen in überfüllten Flüchtlingscamps oder Massengräber und sterbende Kinder abzufilmen. Und er hätte diese Szenarien in Infrarot gefilmt und die Vegetation wäre nicht mehr grün, sondern pink und damit neben allem Elend auch ein prächtiger Farbstreifen, eben Kunst. Und damit wäre er dann auf eine der renommiertesten Biennalen Afrikas eingeladen worden und hätte nach dieser Schau obendrauf von einem großen Finanzdienstleister einen Fotopreis erhalten. Das wäre dann das Europabild der Afrikaner oder zumindest ihrer Eliten, eben jenen, die solche Biennalen in Afrika besuchen.
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| Foto von Richard Mosse aus der Ausstellung "The Enclave" |